Ein Artikel von Robert Brungert von Familiengarten-Tipps.de
Einst waren Feldhamster so zahlreich, dass sie ein großes Problem wurden. Diese Hamsterart ist ein Kulturfolger der menschlichen Landwirtschaft. Er besiedelt Getreidefelder und hamstert Getreide für den Winter. Einst war die Bewirtschaftung nicht so intensiv und die Ausfälle durch Feldhamster wurden zum Desaster. Auch wegen der schönen Pelze wurden Feldhamster mit unterschiedlichen Techniken massiv bejagt, in Deutschland noch bis in die 1980er Jahre hinein. Nur 40 Jahre später stehen Feldhamster in den gängigen roten Listen und sind vom Aussterben bedroht.
Feldhamster heißen lateinisch „Cricetus cricetus“. Sie zählen zur Gattung der Großhamster und innerhalb der Mäuseverwandten zu den Wühlern. Es handelt sich damit um Nagetiere. (1) In ihrem Wesen und Verhalten ähneln sie anderen Hamstern: Sie sind ab der Dämmerung aktiv und meiden ihre Artgenossen, abgesehen der Paarungszeit. Am Tag ruhen sie sich in ihren unterirdischen Bauten aus. Bis in den Sommer ziehen Feldhamster ihre Jungen auf, ab Juli sammeln sie Vorräte und von Oktober bis einschließlich März halten sie einen Winterschlaf. Dieser wird regelmäßig zur Nahrungsaufnahme unterbrochen.
Ursprünglich stammen Feldhamster aus dem östlichen Europa und aus Teilen Asiens. Der Lebensraum waren zuerst Waldsteppen, später dann das Ackerland. Und mit dem Vormarsch der Landwirtschaft konnten sich Feldhamster bis nach Mitteleuropa ausbreiten und raubten Unmengen an Getreide.
Einst vermehrten sich Feldhamster derart schnell, dass wir Menschen und ihre natürlichen Feinde wie Fuchs, Wiesel, Greifvögel und inzwischen auch Katzen kaum einen Jagdeffekt hatten. Verheerender waren strenge Winter, die mitunter mehr als die halbe Population dahinrafften. Heute ist der größte Feind die industrialisierte Landwirtschaft. Vorsichtige Schätzungen besagen, dass Feldhamster bis spätestens 2050 ausgestorben sind. Sie sind aus weiten Teilen ihres ursprünglichen Lebensraumes bereits verschwunden. (2) Bislang scheinen Schutzmaßnahmen nur ungenügend zu fruchten.
Das Hamsterleben im Feld
Einst gab es nur eine flache Bodenbearbeitung und keine schweren Maschinen auf den Feldern. Deswegen war es für Feldhamster eine perfekte Strategie, sich mitten auf dem bewirtschafteten Feld ein Tunnelsystem zu graben. Dieses machten die Feldhamster erst, nachdem das Getreide hoch genug stand. So hatten sie genug Deckung, um ihren Sommerbau anzulegen. Hamsterbauten sind lediglich an Löchern mit einem Durchmesser zwischen 6 und 8 cm im Bodengrund zu erkennen.
Jeder Sommerbau hat eine Nestkammer, eine Vorratskammer und weitere Kammern oder Blindgänge zum Koten. Diese Kammern werden mit Tunneln verbunden und die Nestkammer wird mit trockenen Pflanzen und Tierhaaren ausgepolstert. Einige Ausgänge steigen schräg an. Es gibt außerdem mehrere steile Fallrohre. Wird der Feldhamster bedroht, sucht er diese auf und lässt sich in die Erde fallen. Bis zu 1,2 Meter sind die Sommerbauten tief. Dieses Gangsystem kann bis über 20 Meter lang sein. (3) Hinzu kommt, dass die Kotstellen die Atmosphäre nicht verbessern und Feldhamster deswegen regelmäßig neue Bauten aufsuchen oder anlegen. Männchen machen dieses deutlich häufiger als Weibchen.
Bevor das Getreide reift, kann der Hamster kaum Futter bunkern. Feldhamster haben eine innere Uhr, die sie im Frühjahr nicht allein weckt. Ab Juli beginnen sie instinktiv damit, ihren Winterbau anzulegen. Dieser ist weniger verzweigt, erreicht dafür aber eine Tiefe von bis zu 2 Metern. Das Herzstück ist neben der Wohnhöhle die Vorratskammer. Weibliche Feldhamster benötigen 2 kg Futter, um bis zum Frühjahr durchzuhalten. Sie hamstern gerne zwischen 2 und 5 kg. Männliche Hamster fressen sich eine Fettschicht an und benötigen weniger Winterproviant. Weibliche Hamster können das wegen der Aufzucht der Jungtiere nicht leisten.
Männliche Hamster gehen im September einen Monat früher in ihren Winterschlaf, als die Weibchen. Wie diese wachen sie alle 5 bis 14 Tage auf und fressen von den Vorräten. Diese Form des Winterschlafs wird Torporphase genannt. Die Körpertemperatur sinkt bis auf 2 °C, der Herzschlag kommt auf 5 Schläge die Minute und pro Minute atmen die Feldhamster einmal flach. (3)
Frühestens ab April werden die Feldhamster fit, verlassen den Bau und starten erst einmal in das neue Jahr. Eher ab Ende April und Mai beginnt die Fortpflanzung.
Der Steckbrief der Feldhamster
Männliche Feldhamster werden etwas größer und schwerer. Feldhamster erreichen 20 bis maximal 35 cm Körperlänge bei einem Gewicht von 200 bis maximal 650 Gramm. Meistens werden sie keine zwei Jahre alt, können aber auch vier Jahre alt werden.
Feldhamster haben einen nackten Stummelschwanz, der rund 5 cm lang ist. Ihre Ohren stehen ab, sind aber nicht sehr groß. Dafür sind die dunklen Knopfaugen zu beiden Seiten des Gesichts bereits markanter.
Die klassische Fellzeichnung rundet das Gesamtbild ab: Die gesamte Unterseite des Feldhamsters ist schwarz, der Rücken und die Oberseite des Kopfes jedoch erdfarben braun. Die vordere Schnauze, die Backen, die Pfoten, die Schultern und zu den Rippen ist das Fell weiß. Wenn Feldhamster durch Prädatoren in die Enge getrieben werden und nicht weiter wissen, bleiben sie stehen und richten sich auf. Für die Angreifer sieht es in dem Schockmoment so aus, als öffne sich ein Maul. Der Bauch ist schwarz und die weißen Fellpartien wirken wie Zähne. Das schwach rötliche Braun des Fells wirkt wie der Rand eines Mauls. Im Idealfall schlägt dieser letzte Schachzug des Feldhamsters seinen Prädator in die Flucht.
Neben diesen Merkmalen sind die stetig nachwachsenden Schneidezähne des Hamsters zu erwähnen. Mit diesen kann er eifrig nagen, um sein Futter aufzunehmen oder Wurzeln aus dem Weg zu räumen. Weitere Werkzeuge sind die extrem dehnbaren Backentaschen. Rund 50 Gramm Getreide passen in diese. Das sind damit rund 10 % des eigenen Körpergewichts, die ein Feldhamster mit sich führen kann. (5)
Feldhamster zählen zu den Allesfressern, die einen Schwerpunkt auf pflanzliche Kost legen. Sie verzehren Feldfrüchte wie Luzerne, Rüben, Erbsen, Getreide und Wildkräuter. Auch ein paar Wirbellose oder selbst Nestlinge zählen als Beikost. Gerade Weibchen setzen während der Tragzeit und Aufzucht auf tierische Proteine. (6)
Weswegen folgt der Feldhamster uns Menschen?
Mit dem Ackerbau war es uns möglich, Nahrungsmittel sicher und in großen Mengen zu produzieren. Für diesen Ackerbau suchten und suchen wir noch heute die besten Flächen. Dies sind Lössböden oder Böden mit einem guten Lehmanteil. (7) Diese Böden speichern das Wasser und sind fruchtbar. Nur, dass der Grundwasserspiegel für Feldhamster mindestens unter 1,2 Metern liegen muss. Versumpfte Flächen eignen sich immerhin nicht für den Tunnelbau.
Die Flächen, die wir wegen ihrer Fruchtbarkeit bevorzugen, bieten zugleich die Böden, in denen Feldhamster gut graben können. Wir bereiten den Feldhamstern also die für sie geeignetsten Landschaften auf und bepflanzen diese mit Futterpflanzen. Welches Wildtier wäre uns nicht überall hin gefolgt, obwohl es durch uns massiv bejagt wurde?
Wie bedroht ist der Feldhamster?
Wenn allein im Bezirk Magdeburg in den 1950er Jahren wegen der Prämien 1,2 Millionen Hamsterfelle abgegeben wurden, so sind die heutigen Bestände erschreckend gering. (8) Sie werden in den 2020er Jahren auf gerade einmal zwischen 10.000 und 50.000 für ganz Deutschland geschätzt. In einigen unserer Bundesländer gilt der Feldhamster bereits als ausgestorben. (5)
Der Feldhamster hat es zur unrühmlichen Leistung gebracht, in Deutschland und in der EU auf der roten Liste zu landen, und ist deswegen in der ganzen EU geschützt. Die Weltnaturschutzunion geht davon aus, dass Feldhamster in ganz Eurasien vom Aussterben bedroht sind. Es gibt derzeit keine Populationen, die als gesund gelten könnten. (2)
Den Feldhamster als Haustier halten und dadurch retten?
Der Goldhamster hat es vorgemacht – ein Muttertier mit 11 Jungtieren wurde eingefangen. Von diesen wenigen Tieren stammten lange Zeit all unsere in Menschenhand gehaltenen Goldhamster. (9) Auch wenn die Haltungsbedingungen in den Anfängen nicht artgerecht waren, so ist es für diese Goldhamster ein Glücksfall. Inzwischen gibt es immer mehr Produkte, die auf die artgerechte Hamsterhaltung abzielen. Es gibt sogar spezialisierte Shops mit Hamstern als Schwerpunkt. (4)
In freier Natur werden sie noch heute erbittert durch die dort lebenden Menschen bekämpft. Wegen der politischen Situation ist es zudem nicht einfach, sich mit den wilden Goldhamstern auf den Hochebenen von Aleppo zu befassen. Sie galten fast schon als verschollen.
Dann wäre es für den Feldhamster vielleicht auch ein Glücksfall, wenn er zu unserem Haustier wird? Vermutlich nicht, da wir als Privatpersonen eine artgerechte Haltung kaum liefern können. Hamster sind es gewohnt, in der Nacht größere Flächen nach Nahrung zu erkunden. Dabei sind ihre Bewegungsradien durchaus übersichtlich. Der mittlere Aktionsraum beträgt bei Weibchen zwischen 0,1 und 0,4 und bei Männchen zwischen 1 und 2 ha. Das sind zwischen 100 und 2000 m² Grundfläche – selbst wenn davon in Gefangenschaft ein Zehntel reichen würde, so müsste es dennoch gezielte Zuchtprogramme geben. Nur dann, wenn die Bestände sich ständig gut durchmischen, lässt sich die Inzucht sicher vermeiden.
Vom Wesen sind Feldhamster scheu und aggressiv – sie eignen sich nicht als Haustier. Und wer sie als Haustier hält, wird sie über Generationen verändern. Demnach ist auch unser Goldhamster pummeliger als seine wilde Urform auf den Hochebenen Aleppos. Durch die Domestizierung geht nach und nach das Wildtier verloren, da es sich an seine Haltungsbedingungen anpasst.
Selbst die Erhaltungszucht in Zoos ist fragwürdig: Die nachtaktiven Tiere sind für Besucher fast uninteressant. Außerdem muss es viele mitwirkende Zoos geben, damit eine genügend große Gesamtpopulation in das Zuchtprogramm kommt. Leider sind Zoos mit all den bedrohten Tierarten bereits grenzwertig belastet.
Sinnvoller wäre es, eine ganze Region hamsterfreundlich zu bewirtschaften, um durch die gebündelten Maßnahmen den Feldhamster zu erhalten.
Die Nachkommen der Feldhamster
Frühestens im April duldet das Weibchen bei deutscher Witterung das Männchen in seinem Bau. Nach nur 20 Tagen Tragzeit kommen die Jungtiere zur Welt. Diese wiegen zwischen 3 und 5 Gramm. Sie müssen sehr schnell wachsen. Nach drei Wochen werden sie immerhin entwöhnt. Die Muttertiere verlassen meistens ihren Bau und beziehen einen neuen. Die Jungtiere müssen dann selber weiterkommen. (10)
Einst lag die Wurfgröße zwischen 6 und 10 Jungtieren bei bis zu drei Würfen im Jahr. Die Überlebenschance in guten Jahren war hoch und es kam immer wieder zu einer explosionsartigen Ausbreitung mit bis zu 800 Exemplaren pro ha – das sind 1 Hamster pro 12,5 m² – also viel zu viel, da die normale Dichte im August bei nur 3,6 Exemplaren pro ha liegt. (10)
Ein erstaunliches Phänomen wird beobachtet, dessen Gründe noch nicht abschließend geklärt sind: Die Weibchen ziehen seltener und weniger Jungen auf. Waren es einst 20 Nachkommen pro Weibchen im Jahr, so sind es heute nur noch 5 oder 6. (2) Eine Vermutung lautet, dass die großen Monokulturen zu wenig Abwechslung bieten. Die Nährstoffe sind deswegen nicht ausgewogen und die Muttertiere bringen weniger Jungtiere durch. (5) Dieser Rückgang der Aufzucht ist besorgniserregend und kann zum Aussterben der Feldhamster führen.
Die industrialisierte Landwirtschaft
Einst waren die Felder kleiner und abwechslungsreicher bewirtschaftet. Nicht nur das, es wuchsen auch viele Wildkräuter beziehungsweise Unkräuter. Pestizide gab es noch nicht und auch Kunstdünger war allerhöchstens knapp bemessen. Selbst die Arbeitsmaschinen waren viel leichter und kamen nicht weit in den Boden hinein.
Nicht nur das, die Landwirte säten meist Sommergetreide, welches später geerntet wird. Die Erntetechniken oder Erntemaschinen ließen noch einen ganzen Teil der Körner auf den Boden fallen. Das Feld war also reich gedeckt und im Herbst gab es viele Körner für den Vorrat.
Für die industrialisierte Landwirtschaft werden Flächen zusammengelegt, damit sie Platz für die großen und schweren Maschinen bieten. Diese können mit dem Pflug tief in die Erde kommen. Und mit den Pestiziden werden die wichtigen Kräuter restlos von den Flächen entfernt. Außerdem werden viele aneinanderliegende Felder mit den gleichen Kulturen bepflanzt. Kritiker sprechen bereits von Mais-Wüsten.
Dass Mist, Gülle und Gärreste in großen Mengen auf das Land getragen werden, macht es für die possierlichen Feldhamster auch nicht leichter. Ein besonders großes Problem ist jedoch das Wintergetreide. Dieses wird bereits so früh abgeerntet, dass ab Juli kaum noch etwas zu holen ist. Nicht nur das, die Landwirte bearbeiten die Flächen direkt und es finden sich nicht mal mehr ein paar kleine Körner am Bodengrund.
Von einem Tag auf den anderen ist das Getreide abgeerntet – der Feldhamster hat nicht mal mehr die Zeit, sich schnell an anderer Stelle einen Bau zu graben, und findet keine Deckung. Er ist für diesen kurzen Moment seinen Feinden fast schutzlos ausgeliefert.
Bejagung der Feldhamster in der ehemaligen DDR
In Ostdeutschland leben noch heute weniger Menschen auf der Fläche, als im Westen. Doch zu Zeiten der DDR war die ganze Region in der Entwicklung dem Westen hinterher. Das bedeutet: Während der Feldhamster nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland bereits zusammenbrach, hatte dieser in Ostdeutschland noch bis in die 1970er Jahre eine gute Zeit.
Aus den 1950er Jahren sind Meldungen belegt, dass allein aus dem Bezirk Magdeburg jedes Jahr 1,2 Millionen Felle aufgekauft wurden. Selbst 1975 wurden Hamsterbaue in Aschersleben begast. (8) Es gab auch weitere Methoden zur Hamsterjagd – Fallen oder in die Erde eingelassene Töpfe waren gängig. Aber beim Begasen oder einigen anderen Jagdtechniken gelangen die Jäger nicht in den Besitz der Hamsterfelle. Wenn also in den 1950er Jahren allein aus dem Bezirk Magdeburg 1,2 Millionen Felle angekauft wurden, müssen es schon einige weitere Hamster gewesen sein, die uns Menschen zum Opfer fielen.
Zumindest machte sich durch die industrialisierte Landwirtschaft auch noch zu Zeiten der DDR der Rückgang an Feldhamstern deutlich bemerkbar. Inzwischen stehen die Feldhamster selbst in den ehemaligen Hauptverbreitungs-Regionen wie Sachsen-Anhalt auf der Roten Liste und es werden sechsstellige Förderungen für deren Erhalt finanziert. (8)
Nicht nur die Hamsterfelle erweckten das Interesse der Jäger, auch deren Vorräte. Zu Zeiten der DDR vermutlich nicht, aber im Mittelalter wurden die Vorratskammern ausgegraben. Die enthaltene Saat diente den Menschen oder deren Tieren als Nahrung. Die Obrigkeit hielt ihre Leibeigenen zur Hamsterjagd an. Diese töteten die Hamster häufig nicht und plünderten nur deren Vorräte. Das ist zumindest aus „Das Ganze der Handlung“ von Gerhard Heinrich Buse aus dem Jahr 1801 zu entnehmen.
Schutzmaßnahmen für den Feldhamster
Dort, wo es in Deutschland noch Feldhamster gibt, bemühen sich die Länder und Naturschützer um deren Erhalt. Hier wird teils von Erfolgen gesprochen oder wie in Bayern ein weiterer Rückgang der Bestände beklagt. Selbst auf den Flächen, auf denen die Feldhamster-Hilfsprogramme des Bayerischen Landesamt für Umwelt greifen, gehen die Bestände zurück. Waren es noch 22 Baue pro ha im Jahr 2017, so wurden im Jahr 2019 nur noch fünf gezählt. (7)
Ein Erfolg ist es, wenn die Schutzmaßnahmen soweit fruchten, dass die teils ausgewilderten Feldhamster nach einigen Jahren noch anzutreffen sind.
Wie sollen die Schutzmaßnahmen funktionieren?
In der Regel werden Landwirte zur extensiven Bewirtschaftung einiger Flächen nach Anleitung der Naturschützer angeworben. Teils werden auf diesen Flächen Feldhamster ausgewildert. Diese haben einen ursprünglicheren Lebensraum und können sich wie in alten Zeiten entwickeln.
Weswegen funktionieren die Schutzmaßnahmen nicht richtig?
Die extensiv bewirtschafteten Flächen sind zu klein, als dass sich große Bestände halten können. Das ist jedoch wichtig, damit die Feldhamster sich genügend austauschen. Durch die Fragmentierung der Lebensräume setzen innerhalb einiger Jahre Defizite durch Inzucht ein.
Fazit: Wenn hier und da eine kleine Fläche hamsterfreundlich bewirtschaftet wird, sind unsere Feldhamster durch die Überlappung mit anderen Flächen noch immer den Pestiziden ausgesetzt. Sie haben noch immer viele Probleme, die sie ohne die Schutzmaßnahmen hätten. Deutlich über 10 % der Flächen müssten hamsterfreundlich bewirtschaftet werden, damit sich die Population der Feldhamster erholen kann. (7)
Zur extensiven Bewirtschaftung gehören beispielsweise eine geringe Pflugtiefe, 2 % Ernteverzicht, Anbau von gefragten Futterkulturen wie Getreide und Luzerne sowie der Verzicht auf Rodentizide und das Ausbringen von Gülle nur während des Winterschlafs. (10)
Bei dem notwendigen Ausmaß der Schutzmaßnahmen bleibt es fraglich, ob der notwendige Wille bei Politik und Landwirten den einstigen Getreideschädling noch retten wird.
Quellen:
1 – https://www.feldhamster.de/der-feldhamster/
2 – https://iucn.org/news/species/202007/almost-a-third-lemurs-and-north-atlantic-right-whale-now-critically-endangered-iucn-red-list
3 – https://www.feldhamster.de/lebensweise/
4 – https://hamsterwelten.de/
5 – https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/artenvielfalt/lebensraum/27829.html
6 – https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/feldhamster
7 – https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/feldhamster
8 – https://gruenesband-sachsen-anhalt.de/umweltministerium-verstaerkt-den-schutz-von-feldhamstern-in-sachsen-anhalt/
9 – https://www.spektrum.de/news/goldhamster-seit-75-jahren/777061
10 – https://www.bfn.de/artenportraits/cricetus-cricetus
